Wer optimal abrechnet, spart Umsatzsteuer

Hotelfrühstück muss mit 19 % versteuert werden

 

Übernachtungen in Hotels und Pensionen unterliegen seit 2010 nur noch dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 %. Ermäßigt besteuert werden auch typische Nebenleistungen der Beherbergung, allerdings nur solche, die unmittelbar der Vermietung dienen. Dazu gehören z. B. der Stromanschluss, die Überlassung von Bettwäsche, Handtüchern und Bademänteln, das Bereitstellen von Körperpflegeutensilien, Schuhputz- und Nähzeug, der Weckdienst und das Reinigen der Zimmer. Andere Nebenleistungen der Beherbergung, die nur mittelbar der Vermietung dienen, unterliegen dagegen dem 19 %igen Steuersatz. Das gilt selbst dann, wenn sie nicht zusätzlich zum Zimmerpreis berechnet werden.

Übernachtung mit Frühstück sind zwei selbständige Leistungen

So ist es in vielen Hotels üblich, dass eine Übernachtung mit Frühstück zu einem Pauschalpreis angeboten wird. Für den Fiskus stand hierbei von vornherein fest: Das Frühstück ist eine eigenständige Leistung, für die 19 % Umsatzsteuer anfällt. Inzwischen haben die Bundesfinanzrichter diese Auffassung bestätigt. Mit der Schlafmöglichkeit einerseits und der Nahrungsaufnahme andererseits werden unterschiedliche Bedürfnisse befriedigt, argumentierten sie. Beide Leistungen könnten unabhängig voneinander in Anspruch genommen werden, auch wenn sie das Hotel zu einem Pauschalpreis anbietet. Zudem sei es durchaus üblich, dass Reisende auch außerhalb des Hotels frühstücken.

Business-Package versus Einzelabrechnung

Die Finanzverwaltung erlaubt allerdings eine vereinfachte Abrechnung. Typische Nebenleistungen zur Übernachtung wie Frühstück, Telefon und Internet, Reinigung von Kleidung, Gepäcktransport, Transfer vom und zum Bahnhof oder für Parkgebühren, die nicht gesondert berechnet werden, können als Business-Package abgerechnet werden. Hoteliers können pauschal 20 % des Übernachtungspreises ansetzen und mit 19 % versteuern. Doch ist das Business-Package aus betriebswirtschaftlicher Sicht immer sinnvoll? Wie können Hoteliers ihre (Neben)Leistungen optimal gegenüber ihren Gästen abrechnen? Dafür kann folgende Faustformel helfen: Eine Einzelabrechnung sollte immer dann erfolgen, wenn die angebotenen Zusatzleistungen (netto) im Verhältnis zu dem Gesamtpreis des Pauschalangebotes (Übernachtung und Zusatzleistungen) tatsächlich weniger als 20 % ausmachen. Erst wenn diese Zusatzleistungen mindestens 20 % des Gesamtpaketes betragen, wird die pauschale Abrechnung eines Business-Packages vorteilhafter.

Kleines Frühstück einzeln abrechnen

Bei einem Zimmerpreis von 70 EUR und einem Business-Package, das lediglich aus einem kleinen Frühstück von (netto) 5 EUR (Kosten inkl. Gewinnaufschlag) besteht, ist die Einzelabrechnung wesentlich vorteilhafter. Für das Frühstück (netto 5 EUR) fallen 0,95 EUR (19 %) Umsatzsteuer an, für den Übernachtungsanteil (netto 59,86 EUR) 4,19 EUR (7 %). Insgesamt sind 5,14 EUR Umsatzsteuer zu zahlen. Würde der Hotelier hingegen das Business Package pauschal mit 19 % versteuern (20 % von 70 EUR = 14 EUR), müssten insgesamt 5,90 EUR Umsatzsteuer gezahlt werden, also 0,76 EUR mehr. Kein großer Unterschied könnte man im ersten Moment meinen, doch das Ganze summiert sich: Bei 10.000 Übernachtungen pro Jahr (das sind nur durchschnittlich 27 pro Tag!) kann Umsatzsteuer in Höhe von 7.600 EUR gespart werden. Das bedeutet: Der Bruttogewinn erhöht sich um eben diesen Betrag.

Beim Schlemmerfrühstück lohnt sich die pauschale Abrechnung

Bei einem Schlemmerfrühstück für 16 EUR (netto) sieht das ganz anders aus. Hier ist es vorteilhaft, 20 % des Pauschalpreises als Business Package anzusetzen. Der Hotelier müsste dann auf (20 % von 70 EUR =) 14 EUR die 19 %ige Umsatzsteuer zahlen, also 2,24 EUR. Zusammen mit der Umsatzsteuer auf den Übernachtungsanteil sind 5,90 EUR Umsatzsteuer zu zahlen. Würde das Frühstück dagegen einzeln abgerechnet (16 EUR netto), müssten insgesamt 6,37 EUR Umsatzsteuer gezahlt werden. Pro Übernachtung mit Frühstück macht das gerade einmal 0,47 EUR aus. Doch schon bei 10.000 Übernachtungen pro Jahr summiert sich dieser kleine Vorteil auf 4.700 EUR.

Fazit: Es lohnt sich, bei der Abrechnung von Nebenleistungen zur Übernachtung zu differenzieren. Die pauschale Abrechnung eines Business Packages bietet Gestaltungsmöglichkeiten, die Sie nutzen sollten. Sie sollte jedoch vermieden werden, wenn das Hotel das Frühstück auch für einen Einzelpreis anbietet, der über der 20 %igen Pauschale für das Business Package liegt. Dann kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Finanzverwaltung die pauschale Abrechnung nicht akzeptiert und in einer Prüfung die tatsächlich am Markt angebotenen Einzelpreise für das Frühstück zugrunde legt. Auch wenn ein Gast Einzelleistungen gebucht hat, darf der Hotelier nicht pauschal das Business Package abrechnen. Mit einer sorgfältigen Abrechnungsplanung lassen sich Steuern sparen und der Gewinn erhöhen. Die ETL ADHOGA-Steuerberater unterstützen Sie dabei gern! Sprechen Sie uns an!

(Stand: 05.02.2014)

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