Wenn der Regress droht

Für Honorarrückforderungen dürfen Rückstellungen gebildet werden

 

Ärzte haben bei der Behandlung ihrer Kassenpatienten vorgegebene Richtgrößen für die Verschreibung von Arznei-, Verband- und Heilmitteln einzuhalten. Wer diese überschreitet, muss damit rechnen, dass Krankenkassen bei Wirtschaftlichkeitsprüfungen Honorare zurückfordern. Bisher kam es bereits beim erstmaligen Überschreiten der Richtgrößen um mehr als 25 % zu einem Regress. Das sogenannte GKV-Versorgungsstrukturgesetz hat diese Regelung leicht entschärft. Doch davon profitieren nur Praxen, die erstmalig das Richtgrößenvolumen um mehr als 25 % überschreiten. Bei ihnen müssen die Krankenkassen zunächst eine individuelle Beratung durchführen. Eine Honorarrückforderung kann somit erst für Prüfzeiträume nach der Beratung festgesetzt werden.

Nur Bilanzierer dürfen Rückstellungen für Honorarrückforderungen bilden

Ein Regress kann für niedergelassene Arztpraxen existenzgefährdende Auswirkungen haben. Daher dürfen Ärzte für voraussichtliche Honorarrückforderungen eine Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten bilden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Praxisgewinn durch Bilanzierung ermittelt wird.

Berufsausübungsgemeinschaften mit vielen Gesellschaftern entscheiden sich immer öfter, ihren Gewinn durch Bilanzierung zu ermitteln. Medizinische Versorgungszentren in der Rechtsform einer GmbH sind dazu sogar verpflichtet. Bei Bilanzierern ist der Gewinn der Saldo aus dem Praxisvermögen am Ende eines Wirtschaftsjahres und dem Praxisvermögen am Anfang eines Wirtschaftsjahres, gemindert um die Einlagen und erhöht um die Entnahmen der Gesellschafter. Ob Einnahmen bereits zugeflossen bzw. Zahlungen bereits abgeflossen sind, ist für die Höhe des Gewinns nicht entscheidend. Vielmehr wird auf den Zeitpunkt der wirtschaftlichen Verursachung abgestellt.

Daher müssen Honorare für bereits erbrachte Leistungen als Ertrag erfasst werden, da diese bereits realisiert sind. Dies gilt insbesondere für noch nicht zugeflossene Honorare der kassenärztlichen Leistungen für das IV. Quartal. Anderseits dürfen auch Aufwendungen, die zwar erst in einem Folgejahr anfallen, wirtschaftlich aber bereits verursacht sind, gewinnmindernd berücksichtigt werden.

So darf für mögliche Honorarrückforderungen der Krankenkassen nach Einleitung des Prüfverfahrens eine Rückstellung gebildet werden, wenn ernsthaft mit einer Inanspruchnahme gerechnet werden muss. Das ist der Fall, wenn der Arzt die vorgegebenen Richtgrößen zum wiederholten Mal um mehr als 25 % überschritten hat.

Keine Rückstellung bei Einnahme-Überschuss-Rechnern

Einzelpraxen, die ihren Gewinn durch eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, dürfen dagegen keine Rückstellungen bilden, auch nicht für mögliche Honorarrückforderungen im Rahmen von Richtgrößenprüfungen. Bei ihnen zählt grundsätzlich nur, welche Einnahmen zugeflossen bzw. welche Ausgaben abgeflossen sind. Eine Ausnahme bildet die sogenannte 10-Tage-Regel. Demnach gelten regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben noch bis zum 10. Januar des Folgejahres als im Wirtschaftsjahr der Verursachung zu- bzw. abgeflossen. Dazu zählen beispielsweise die Abschlagszahlungen der kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen oder auch Resthonorare für ein Vorquartal. Für einmalige Geschäftsvorfälle, wie z. B. eine Privatliquidation, die der Arzt unmittelbar mit dem Patienten
abrechnet, gilt die 10-Tage-Regel jedoch nicht.

Privat- und kassenärztliche Honorare sind unterschiedlich zu behandeln

Bei Honoraren müssen Einnahmen-Überschuss-Rechner allerdings beachten, dass Privatliquidationen bereits als zugeflossengelten, wenn sie bei einer Verrechnungsstelle eingehen. Entscheidend ist somit die Vereinnahmung durch den Bevollmächtigten des Arztes und die damit verbundene Gutschrift auf dem Verrechnungskonto des Arztes bei der Privatärztlichen Verrechnungsstelle. Die spätere Gutschrift auf dem Bankkonto des Arztes ist hingegen für steuerliche Zwecke unbeachtlich. Honorare für die kassen(zahn)ärztlichen Leistungen fließen dem (Zahn)Arzt dagegen erst mit der Überweisung auf sein Bankkonto zu. Damit erhöhen die Honorare für das IV. Quartal eines Jahres bei Einnahmen-Überschuss-Rechnern regelmäßig erst den Praxisgewinn des Folgejahres, obwohl die Leistungen bereits im Vorjahr erbracht wurden und wirtschaftlich zu diesem gehören.

(Stand: 18.08.2015)

Wir sind gerne für Sie da

Arndt und Utsch
Steuerberatungsgesellschaft mbH

Hohemarkstraße 20
61440 Oberursel (Taunus) Hessen Deutschland

Tel.: Work(06171) 70080
Fax: Fax(06171) 700819 Arndt und Utsch Oberursel
E-Mail: 


Niederlassung Köln

Am Gleisdreieck 1
50823 Köln

Tel.: (0221) 579 606-0
Fax: (0221) 579 606-20
E-Mail: arndtundutsch@etl.de


Überblick: alle Kontaktdaten
Persönliche Ansprechpartner

Arndt und Utsch Oberursel
QR-Code der vCard QR

Einfach den QR-Code scannen und die Daten als Kontakt aufs Smartphone laden.

Zum Scannen mit dem iPhone empfehlen wir die kostenfreie App Qrafter.



Unser Siegel der ETL Qualitätskanzlei

European Tax & Law

Ein Unternehmen der ETL-Gruppe
Mehr Infos auf www.ETL.de

 

Mandantenportal
ETL PISA-Login

ArbeitnehmerportaleMitarbeiter-Login

Mehr Informationen zu ETL PISA

 

Entdecken Sie
die Welt von ETL

 
ETL-Gruppe
Regional verbunden, global vernetzt
ETL-Rechtsanwälte
Mehr als 300 Rechtsanwälte auf Ihrer Seite
Kanzlei Voigt
Spezialisierte Rechtsberatung im Verkehrsrecht
ETL Wirtschaftsprüfung
Lösungen für erfolgreiche Unternehmer
ETL Unternehmensberatung
Existenzgründung bis Unternehmensnachfolge
felix1.de
Online-Steuerberatung
ETL Global
Internationale Beratung
ETL Gesundheitswesen
Spezialisierte Beratungen für den Gesundheitsmarkt
ETL ADHOGA
Steuerberatung für Hotellerie und Gastronomie
ETL Franchise
Steuerberatung für Franchise-Nehmer und Franchise-Geber
ETL Personal-Kompetenzcenter
Für ein erfolgreiches Personalmanagement
ETL Agrar & Forst
Steuerberatung für Land- und Forstwirte
ETL Profisport
Beratung für Profisportler aller Disziplinen
ETL SFS
Steuerberatung für Senioren
 
×