Verträge mit Mini- und Midi-Jobbern überprüfen

Übergangsregelungen laufen aus und der Mindestlohn kommt

 

Seit dem 1. Januar 2013 gelten für Mini- und Midi-Jobber neue Verdienstgrenzen. Der Grenzwert für die geringfügig entlohnten Beschäftigungen wurde von monatlich 400,00 auf 450,00 EUR angehoben, die Höchstgrenze für die Gleitzonenregelung von 800,00 auf 850,00 EUR. Gleichzeitig wurde aber auch die Versicherungspflicht für Mini-Jobber in der gesetzlichen Rentenversicherung eingeführt. Mini-Jobber sind daher grundsätzlich rentenversicherungspflichtig und müssen den Differenzbetrag zwischen dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung von 15 % (bzw. 5 % bei Mini-Jobs in Privathaushalten) und dem vollen Beitragssatz von 18,9 % des Arbeitsentgelts zahlen. Hierdurch kann der Mini-Jobber u. a. einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente erhalten und die Vorteile der Riester-Förderung in Anspruch nehmen. Mini-Jobber können sich jedoch von der Versicherungspflicht befreien lassen. Dies setzt einen schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber voraus. Für bereits vor 2013 bestehende Beschäftigungsverhältnisse mit einem monatlichen Entgelt bis 400,00 EUR bzw. bis 800,00 EUR wurden Übergangsregelungen getroffen, die zum 31. Dezember 2014 jedoch auslaufen.

Mini-Jobber mit Verdienst zwischen 400,01 und 450,00 EUR

Arbeitnehmer, die in einem vor 2013 bestehenden Arbeitsverhältnis zwischen 400,01 und 450,00 EUR verdienten (damals Midi-Jobber und sozialversicherungspflichtig, heute Mini-Jobber), bleiben in dieser Beschäftigung - befristet bis zum 31. Dezember 2014 - grundsätzlich weiterhin versicherungspflichtig (sogenannte Gleitzonenregelung). In den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung gelten jedoch Besonderheiten. Bis zum 31. Dezember 2014 kann kein Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung gestellt werden, sondern erst mit Wirkung ab dem Jahr 2015. In der Arbeitslosenversicherung sowie in der Kranken- und Pflegeversicherung ist dagegen für die Bestands-Mini-Jobber bereits heute schon ein Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht möglich.

Arbeitnehmer, deren Verdienst erst nach dem 31. Dezember 2012 auf einen Betrag zwischen 400,01 EUR und 450,00 EUR erhöht wurde bzw. die erst nach 2012 ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis aufgenommen haben, konnten und können sich dagegen jederzeit von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen und sind in der Arbeitslosen- sowie in der Kranken- und Pflegeversicherung nicht versicherungspflichtig.

Beispiel: Ein kinderloser Mini-Jobber, der bereits 2012 monatlich 450,00 EUR verdiente, ist bis Ende 2014 grundsätzlich versicherungspflichtig. Unter Anwendung der geltenden Gleitzonenregelung müsste er 49,12 EUR an Sozialversicherungsbeiträgen zahlen. Wenn er sich von der Versicherungspflicht in der Arbeitslosen-, Kranken- und Pflege-versicherung befreien lässt, wären nur noch die Beiträge zur Rentenversicherung in Höhe von 22,15 EUR zu zahlen.

Ab dem 1. Januar 2015 spielt es keine Rolle mehr, wann ein Mini-Jobber sein Arbeitsverhältnis begonnen hat. Alle Mini-Jobber mit einem monatlichen Entgelt bis 450,00 EUR üben dann eine geringfügig entlohnte Beschäftigung aus, für die der Arbeitgeber Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung zu zahlen hat und für die grundsätzlich Rentenversicherungspflicht besteht. Der Arbeitnehmer kann sich jedoch ab dem 1. Januar 2015 von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Midi-Jobber mit Verdienst zwischen 800,01 und 850,00 EUR

Für Arbeitnehmer, die in einem bereits zum 31. Dezember 2012 bestehenden Arbeitsverhältnis zwischen 800,01 EUR und 850,00 EUR verdienten (damals sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, heute Midi-Jobber mit Gleitzonenregelung), wird der Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung weiterhin nach dem tatsächlichen Entgelt berechnet. Sie fallen nicht automatisch unter die Gleitzonenregelung, wonach Arbeitnehmer noch nicht die vollen Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung zu entrichten haben. Arbeitnehmer können jedoch bis zum 31. Dezember 2014 bei ihrem Arbeitgeber schriftlich beantragen, dass für zukünftige Abrechnungszeiträume die Gleitzonenregelung angewendet wird.

Mini-Jobbern muss der Mindestlohn gezahlt werden

Ab dem 1. Januar 2015 haben grundsätzlich auch alle Mini-Jobber Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 EUR brutto je Arbeitsstunde. Mit dem Mindestlohn kommen auf Arbeitgeber, die Mini-Jobber beschäftigen, zusätzliche Nachweis- und Aufzeichnungspflichten zu. In welcher Branche das Unternehmen tätig ist, spielt dabei keine Rolle. Eine Ausnahme gilt nur für Mini-Jobber in Privathaushalten. Die Arbeitgeber müssen für jeden Mini-Jobber den Beginn, das Ende und die Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzeichnen. Die Aufzeichnungen müssen spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages vorgenommen werden und sind mindestens zwei Jahre aufzubewahren. Verstöße gegen die Aufzeichnungspflichten werden mit einer Geldbuße von bis zu 30.000 EUR geahndet.

Tipp: Die bisher geführten Stundennachweise genügen in der Regel nicht mehr den neuen Anforderungen. Einen Arbeitszeitnachweis, mit dem Sie die neuen Aufzeichnungspflichten sicher erfüllen können, stellen wir Ihnen gern zur Verfügung.

(Stand: 28.10.2014)

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