Steuerschuldnerschaft bei Bauleistungen

Auf die Verwendung kommt es an!

 

Der Bundesfinanzhof hat zur Besteuerung von Bauleistungen gegenüber Bauträgern eine Änderung der Rechtsprechung herbeigeführt. Kern der Rechtsprechungsänderung ist die nicht mehr generell dem Leistungsempfänger, insbesondere den Bauträgern, obliegende Übernahme der Steuerschuldnerschaft gem. § 13b UStG. Das betrifft insbesondere auch die Subunternehmer im Baugewerbe. Die Verlagerung der Steuerschuldnerschaft ist nur noch gegeben, wenn der Auftraggeber eine Bauleistung empfängt und diese Vorleistung seinerseits originär selbst für auszuführende Bauleistungen verwendet. Bauträger erbringen aber generell keine originären Bauleistungen, da sie grundsätzlich Grundstückslieferungen gegenüber ihren Kunden erbringen, die der BFH nicht als Bauleistungen ansieht.

Ebenso werden alle übrigen Leistungsempfänger (Auftraggeber) nicht zur Übernahme der Steuerschuldnerschaft verpflichtet, wenn sie zwar Bauleistungen empfangen, diese aber nicht für derartige Leistungen verwenden.

1. Beispiel: echte Bauleistung an einen Generalunternehmer

Handwerker H erbringt eine Dachdeckerarbeit an Bauunternehmer B (Generalunternehmer), der diese Vorleistung des H seinerseits für Baumaßnahmen an einem fremden Gebäude empfängt und weiterberechnet.

In diesem Fall ändert sich auch nach der Rechtsprechung und Verwaltungsregelung nichts; H stellt eine Rechnung ohne Umsatzsteuer aus und nimmt in seine Rechnung an B den Hinweis Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers auf.

2. Beispiel: unechte Bauleistung an einen Generalunternehmer

Handwerker H erbringt eine Dachdeckerarbeit an Bauunternehmer C. Das Objekt ist ein von C als Bürogebäude genutztes oder vermietetes Haus.

Hier ändert sich die Rechtslage ab sofort:

In diesem Fall berechnet H dem C die Umsatzsteuer offen auf den Nettobetrag in Höhe von 19 %, es sei denn, er ist Kleinunternehmer, der nicht zum USt-Ausweis berechtigt ist.

3. Beispiel: Bauleistung an einen Bauträger

Handwerker H erbringt eine Dachdeckerarbeit an Bauträger D. D wird das Objekt nach Fertigstellung in Eigentumswohnungen teilen und diese veräußern. Er gibt hierüber eine entsprechende Erklärung ab.

Hier ändert sich die Rechtslage ab sofort:

In diesem Fall berechnet H dem D die Umsatzsteuer offen auf den Nettobetrag in Höhe von 19 %, es sei denn, er ist Kleinunternehmer, der nicht zum USt-Ausweis berechtigt ist.

Diese Rechtsprechung bzw. Verwaltungsregelung zieht für die gesamte Baubranche einschneidende Folgen nach sich. Die Rechnungserteilung für Bauleistungen sollte daher ab sofort wie folgt erfolgen:

  1. Grundsätzlich (Beispiel 1) ist eine Rechnung nur dann ohne offen ausgewiesene Umsatzsteuer zu erteilen, wenn der Auftraggeber dem Handwerker bzw. Subunternehmer eine gültige Freistellungsbescheinigung übergibt und ausdrücklich erklärt, dass er die Bauleistung ebenfalls unmittelbar für die Erbringung einer Bauleistung verwendet.
  2. In allen anderen Fällen (Beispiel 2 und 3) sollte unbedingt eine Rechnung mit offen ausgewiesener Umsatzsteuer erteilt werden, da dem leistenden Unternehmer – abweichend von der bisherigen Handhabung – nunmehr die generelle Steuerschuld obliegt. Erst wenn der Auftraggeber für diesen Umsatz im Nachhinein eine Bescheinigung vorlegen sollte, die den o. a. Anforderungen entspricht, kann eine Berichtigung der Rechnung in Betracht gezogen werden. In diesen Fällen erfolgt eine Korrektur der Umsatzsteuer auf Null mit dem Hinweis, dass der Leistungsempfänger nunmehr die Steuerschuldnerschaft zu übernehmen hat.

(Stand: 02.05.2014)

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