Steuern sparen mit dem Rabattfreibetrag

 

 

Personalrabatte sind im Einzelhandel ebenso üblich wie im produzierenden Bereich. So können Mitarbeiter in der Automobilindustrie einen Pkw, Arbeitnehmer von Möbelherstellern eine Schrankwand oder Verkäuferinnen einer Modeboutique Bekleidung zu ermäßigten Preisen erwerben. Damit erhalten die Mitarbeiter geldwerte Vorteile, die ihnen ihre Arbeitgeber für ihre Tätigkeit gewähren. Diese geldwerten Vorteile sind lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig, soweit sie den Rabattfreibetrag für Belegschaftsrabatte übersteigen. Belegschaftsrabatte erhalten Arbeitnehmer, wenn ihnen ihr Arbeitgeber Waren verbilligt überlässt, die er üblicherweise zum Verkauf anbietet und nicht überwiegend für seine Mitarbeiter herstellt oder einkauft. Jährlich wird dafür ein Freibetrag in Höhe von 1.080 EUR gewährt. Das bedeutet: Der geldwerte Vorteil aus verbilligt oder unentgeltlich überlassenen Waren ist bis zu 1.080 EUR jährlich lohnsteuer- und sozialabgabenfrei.

Übliche Rabatte mindern den geldwerten Vorteil

Um den Preisvorteil des Arbeitnehmers zu ermitteln, werden zunächst die Verkaufspreise des Händlers, bei Produktionsunternehmen deren Herstellerabgabepreise zugrunde gelegt. Als Warenwert gilt der um 4 % geminderte Verkaufs- oder Herstellerpreis. Dieser ist dann um das vom Arbeitnehmer gezahlte Entgelt zu mindern. Oftmals liegt der vom Arbeitgeber bestimmte Endpreis jedoch weit über den tatsächlichen Marktverhältnissen. Das betrifft z. B. hohe Rabatte, die Autohäusern ihren Kunden gewähren. Es kommt aber in fast allen Branchen vor, dass eine Ware am Markt preiswerter angeboten wird. In diesen Fällen müsste der Arbeitnehmer dann aus seinen mit Belegschaftsrabatt erworbenen Waren einen höheren geldwerten Vorteil versteuern. Es leuchtet jedoch nicht ein, dass ein üblicher, auch Dritten eingeräumter Rabatt bei einem Arbeitnehmer zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führt. So sieht es auch der Bundesfinanzhof. Er entschied, dass Arbeitslohn nur insoweit vorliegt, als der Arbeitgeberrabatt über das hinausgeht, was auch fremde Dritte als Rabatt erhalten. Nun schließt sich auch die Finanzverwaltung dieser Auffassung an und räumt ein Wahlrecht ein.

Rabattfreibetrag oder höher rabattierter Marktpreis

Der Arbeitnehmer darf wählen, welchen Preis er für die Bewertung des geldwerten Vorteils zugrunde legen möchte:

  • den um 4 % (Bewertungsabschlag) geminderten Verkaufspreis seines Arbeitgebers unter Berücksichtigung des Rabattfreibetrages oder
  • den rabattierten (niedrigeren) Marktpreis, dann allerdings ohne Bewertungsabschlag und ohne Rabattfreibetrag

Beispiel:
Ein Arbeitnehmer erwirbt von seinem Arbeitgeber (Möbelhersteller) eine Schrankwand, die dieser üblicherweise für 5.000 EUR anbietet. Der Arbeitnehmer erhält einen 50%igen Rabatt. Ein Möbeldiscounter bietet die gleiche Schrankwand für 3.500 EUR an.

Geldwerter Vorteil wird auf Grundlage des Verkaufspreises des Arbeitgebers ermittelt

Verkaufspreis Arbeitgeber für Schrankwand 5.000 EUR
4 % Bewertungsabschlag ./. 200 EUR
Warenwert 4.800 EUR
Rabattierter Kaufpreis des Arbeitnehmers ./. 2.500 EUR
Geldwerter Vorteil
Rabattfreibetrag
= 2.300 EUR
./. 1.080 EUR
Steuerpflichtiger geldwerter Vorteil = 1.220 EUR

Der Rabattfreibetrag wird durch den Erwerb der Schrankwand vollständig aufgebraucht. Auf den geldwerten Vorteil in Höhe von 1.220 EUR sind Lohnsteuer und Sozialabgaben abzuführen.

Geldwerter Vorteil wird auf Grundlage des (niedrigeren) Marktpreises ermittelt

Marktpreis Schrankwand 3.500 EUR
Rabattierter Kaufpreis des Arbeitnehmers ./. 2.500 EUR
Steuerpflichtiger geldwerter Vorteil = 1.000 EUR

Da der Arbeitnehmer nachweisen kann, dass die Schrankwand bei einem Händler am Markt für 3.500 EUR angeboten wird, darf er in seiner Einkommensteuererklärung diesen Preis ansetzen. Der steuerpflichtige geldwerte Vorteil beträgt nur noch 1.000 EUR. Seine Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit verringern sich also um 220 EUR.

Hinweis:

Von dem neuen Wahlrecht profitieren vor allem Arbeitnehmer, denen regelmäßig Personalrabatte gewährt werden und die den Rabattfreibetrag übersteigen. Die Bewertung von Personalkäufen auf Basis des Marktpreises ist regelmäßig sinnvoll, sobald der Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 EUR ausgeschöpft ist und der Marktpreis der Waren weniger als 96 % des üblichen Abgabepreises des Arbeitgebers beträgt.

(Stand: 19.06.2013)

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