Preispolitik zum 1. Juli 2015 anpassen

Mit optimierter Abrechnung den Gewinn maximieren

 

Die Umsatzsteuererhöhung für die Saunanutzung wird zum 1. Juli 2015 kommen, sofern sich die Länder kurzfristig nicht einigen können, ob die Saunanutzung im Verhältnis zur Schwimmbadnutzung noch als Nebenleistung zur Hauptleistung Schwimmbadnutzung einzustufen ist oder ob die Saunanutzung selbst bereits eine völlig eigenständige Hauptleistung darstellt.

Hoteliers werden also gezwungen sein, ihre Preispolitik noch einmal kritisch zu hinterfragen oder positiv betrachtet zu optimieren. Dies soll anhand eines kleinen Beispiels veranschaulicht werden.

Beispiel: Ein Hotel bietet die Übernachtung ohne Frühstück für 50 EUR an. Die Nutzung des hoteleigenen Schwimmbades (kein Spaßbad) sowie der Sauna sind hierin enthalten. Zusätzlich kann der Gast für 15 EUR ein Businesspackage mit Frühstück und Internetnutzung hinzubuchen.

Wenn die Saunanutzung ab 1. Juli 2015 dem Regelumsatzsteuersatz von 19 % unterliegt, hat der Hotelier die anteiligen Entgelte für die Sauna im Schätzungswege herauszurechnen und in der Rechnung gesondert auszuweisen. Hierbei ergeben sich Abgrenzungsprobleme und in aller Regel auch Diskussionen in der nächsten Betriebsprüfung, wenn die Kalkulation angreifbar ist oder wenn nicht sauber dokumentiert wurde.

Alternative: Die Saunanutzung wird aus dem ermäßigt zu besteuernden Leistungsbündel Übernachtung mit Schwimmbadnutzung herausgenommen und im Rahmen des Businesspackages angeboten. Die Schwimmbadnutzung bleibt hiervon unberührt, da diese Leistung weiterhin ermäßigt besteuert werden kann. Um die Steuerermäßigung für das Schwimmbad aber tatsächlich unabhängig vom Saunabereich anbieten zu können, sollten mit den Gästen entsprechende Nutzungsbeschränkungen vereinbart werden. Im Idealfall sollte hier eine räumliche Trennung durch gesondert abgegrenzte Bereiche mit entsprechenden Ein- bzw. Zutrittsbarrieren (bspw. durch Chipkarten oder Schlüssel) eingerichtet werden oder die Einhaltung der Nutzungsbeschränkungen durch das Personal ermöglicht bzw. sichergestellt werden (bspw. durch farbige Besucherbändchen).

Folge: Die Hotelzimmervermietung ohne Frühstück unterliegt weiterhin dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 %. Die hierin weiterhin enthaltene Nutzung des hoteleigenen Schwimmbades führt nicht zu einer Aufteilung der Entgelte, da beide Leistungen dem ermäßigten Umsatzsteuersatz unterliegen. Das Businesspackage einschließlich der neu aufgenommenen Saunanutzung unterliegt dem Regelumsatzsteuersatz von 19 %. Darüber hinaus wurde die Attraktivität des Businesspackages insgesamt aufgewertet, so dass ggf. mehr Gäste auf dieses Angebot zurückgreifen. Der Hotelier könnte in diesem Fall sowohl Umsatz als auch Gewinn erhöhen. Der bittere Beigeschmack: Die Zimmervermietung wird unattraktiver, da die Gäste den Saunagang extra bezahlen müssen. Der Hotelier riskiert damit, dass potenzielle Hotelgäste lieber in das Hotel nebenan gehen.

Ob eine solche Gestaltung vom Finanzamt auch tatsächlich anerkannt wird, sollte im Zweifel durch eine verbindliche Auskunft beim Finanzamt abgesichert werden, da die geringeren Preise in Form der etwas geringeren Umsatzsteuer nur so rechtssicher an die Kunden weitergegeben werden können. Andernfalls drohen Umsatzsteuernachzahlungen, auf denen der Hotelier sitzen bleibt, da er die höhere Umsatzsteuer in der Regel nicht von den Kunden nacherheben kann.

Fazit: Aufgrund der dargestellten Rechtsänderung bei der Saunanutzung zum 1. Juli 2015 sollte die Preispolitik des Hotels in den kommenden Wochen noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden.

(Stand: 05.06.2015)

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