Neues Reisekostenrecht betrifft auch Azubis und Studenten

Arbeitgeber können steuerliche Nachteile verhindern

 

Nach dem seit Januar 2014 geltenden neuen Reisekostenrecht kann auch eine Bildungseinrichtung erste Tätigkeitsstätte sein. Auszubildende und Studierende können dadurch steuerliche Nachteile haben. Denn ist die Universität oder Berufsschule erste Tätigkeitsstätte, sind nur Fahrtkosten in Höhe der Entfernungspauschale (pro Entfernungskilometer 0,30 EUR) und nicht die günstigere Kilometerpauschale (pro gefahrenen Kilometer 0,30 EUR (Pkw) oder 0,20 EUR (andere motorisierte Fahrzeuge)) abzugsfähig.

Für Studenten gilt die Entfernungspauschale

Eine Universität, die während eines Vollzeitstudiums außerhalb eines Dienstverhältnisses aufgesucht wird, ist eine erste Tätigkeitsstätte, wenn neben dem Studium bzw. der Ausbildung keine Erwerbstätigkeit oder nur eine Erwerbstätigkeit von bis zu 20 Wochenstunden oder nur ein Minijob ausgeübt wird. Daher können Studierende für ihre Fahrten zur Universität in der Regel nur die Entfernungspauschale geltend machen.

Auszubildende können Kilometerpauschale ansetzen

Anders liegt der Fall bei einem dualen Studium oder einer Berufsausbildung. Auszubildende haben mindestens zwei Tätigkeitsstätten: die Bildungseinrichtung und den Praxisbetrieb. Die Bildungseinrichtung wird bei ihnen nicht automatisch zur ersten Tätigkeitsstätte. Vielmehr kommt es darauf an, ob der Arbeitgeber dem Auszubildenden den Praxisbetrieb oder die Berufsschule als erste Tätigkeitsstätte zuordnet. Steuerliche Nachteile lassen sich vermeiden, wenn der Arbeitgeber die erste Tätigkeitsstätte so festlegt, dass dem Azubi nur kurze Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte entstehen. Die erste Tätigkeitsstätte sollte deshalb die geringsten Wochen-Fahrtkilometer zur heimischen Wohnung des Auszubildenden aufweisen.
Weist der Arbeitgeber dem Auszubildenden keine erste Tätigkeitsstätte zu, sind quantitative Kriterien maßgeblich. Die erste Tätigkeitsstätte des Azubis ist dann dort, wo er typischerweise arbeitstäglich, je Arbeitswoche zwei volle Arbeitstage oder mindestens ein Drittel seiner vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig werden soll. Kommt danach sowohl die Bildungseinrichtung (z. B. zwei volle Tage pro Woche) als auch der Praxisbetrieb (z. B. drei Tage pro Woche) in Frage, wird die näher an der heimischen Wohnung des Azubis liegende Tätigkeitsstätte erste Tätigkeitsstätte.

Beispiel

Ein Auszubildender sucht die Berufsschule regelmäßig an weniger als zwei vollen Arbeitstagen und weniger als einem Drittel seiner regelmäßigen Arbeitszeit auf. In der übrigen Arbeitszeit ist er im Praxisbetrieb tätig. Der Azubi wohnt fünf Kilometer von der Berufsschule und fünfzehn Kilometer vom Praxisbetrieb entfernt. Ordnet der Arbeitgeber dem Azubi die Berufsschule als erste Tätigkeitsstätte zu, kann dieser für alle Fahrten zum Praxisbetrieb die Kilometerpauschale als Werbungskosten abziehen. Falls der Arbeitgeber dem Azubi keine erste Tätigkeitsstätte zuweist, werden die quantitativen Zuordnungskriterien herangezogen. Danach kann nur der Praxisbetrieb die erste Tätigkeitsstätte werden. Für die Fahrten dorthin könnte der Azubi dann nur die Entfernungspauschale abziehen.

Auch bei Auszubildenden, die in verschiedenen Filialen tätig sind, sollte der Arbeitgeber eine erste Tätigkeitsstätte festlegen. Dabei ist es unerheblich, ob diese Filiale nur ab und zu aufgesucht wird. Der Azubi kann dann für alle Fahrten zu den anderen Filialen bzw. zur Berufsschule die höhere Kilometerpauschale und gegebenenfalls auch noch Verpflegungsmehraufwendungen abziehen.

(Stand: 20.06.2014)

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