Neue Mini-Jobregelung birgt Fallen

 

 

Mini-Jobber dürfen mehr verdienen. Zum 1. Januar 2013 wurde die Geringverdienergrenze von 400 EUR monatlich auf 450 EUR angehoben. Doch die Neuregelung hat ihre Tücken. Damit Arbeitgeber und Mini-Jobber nicht von einer unerwünschten Sozialversicherungspflicht oder Nachforderungen der Sozialversicherungsträger überrascht werden, wird nachfolgend auf einige Mini-Job-Fallen hingewiesen.

Mini-Jobber sind grundsätzlich rentenversicherungspflichtig

Seit dem 1. Januar 2013 sind auch geringfügig entlohnte Beschäftigte grundsätzlich rentenversicherungs­pflichtig. Sie können sich aber von der Versicherungspflicht befreien lassen. Arbeitgeber haben nicht nur die Pauschalabgaben (13 % zur Krankenversicherung, 15 % zur Rentenversicherung, 2 % Pauschsteuer und Umlagen in Höhe von insgesamt 0,99 %) zu entrichten. Sie müssen auch die vom Mini-Jobber zu entrichtenden Rentenversicherungsbeiträge einbehalten und abführen, sofern kein Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gestellt wurde oder der Mini-Jobber aufgrund von Übergangsregelungen weiterhin rentenversicherungsfrei beschäftigt ist. Liegen keine Befreiungsanträge vor und versäumt es der Arbeitgeber, die Beiträge abzuführen, kann er den Eigenanteil des Mini-Jobbers von diesem nur für die letzten drei Monate nachfordern. Stellen Rentenversicherungsprüfer erst später fest, dass Beiträge nachzuzahlen sind, muss der Arbeitgeber die Aufwendungen alleine tragen.

Falle 1: Nach dem 31. Dezember 2012 eingestellte Mini-Jobber

Ein Mini-Jobber, der am 1. Januar 2013 eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bis maximal 450 EUR im Monat aufgenommen hat, ist grundsätzlich rentenversicherungspflichtig. Er zahlt einen Beitrag in Höhe der Differenz zwischen dem Pauschalbeitrag des Arbeitgebers und dem vollen Rentenversicherungsbeitragssatz, d. h. 3,9 % des Entgelts. Bei einem Verdienst von 450 EUR beträgt der Eigenanteil des Mini-Jobbers somit 17,55 EUR. Bei Mini-Jobs in Privathaushalten sind 13,9 % des Entgelts aufzuwenden (18,9 % abzüglich 5 % Pauschalbeitrag des Arbeitgebers). Will sich der Mini-Jobber von Beginn an von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, muss er dies bis spätestens vier Wochen nach Beschäftigungsbeginn beantragen. Wird der Antrag später gestellt, wirkt die Befreiung erst ab dem Zeitpunkt, in dem der Antrag gestellt wurde.

Falle 2: Mini-Job-Entgelt wird auf mehr als 400 EUR erhöht

Ein Mini-Jobber, der bereits vor dem 1. Januar 2013 beschäftigt war, bleibt weiterhin rentenversicherungsfrei. Wird das Entgelt allerdings auf mehr als 400 EUR erhöht, tritt Rentenversicherungspflicht ein. Um weiterhin keine eigenen Beiträge zu entrichten, muss der Mini-Jobber auch in diesem Fall einen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht stellen.

Falle 3: Mindestrentenversicherungsbeitrag für Kleinstverdiener

Bei Mini-Jobbern, die monatlich weniger als 175,00 EUR verdienen, ist Vorsicht geboten. Erhebliche Nettoeinbußen sind die Folge, wenn es versäumt wird, den Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht zu stellen. Zur gesetzlichen Rentenversicherung ist immer ein monatlicher Mindestbeitrag in Höhe von (18,9 % von 175,00 EUR =) 33,08 EUR zu entrichten. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Verdienst unter 175,00 EUR liegt. So muss ein Mini-Jobber, der monatlich 100,00 EUR verdient, 18,08 EUR als Eigenanteil für die Rentenversicherung zahlen (33,08 EUR abzüglich 15,00 EUR Pauschalbeitrag des Arbeitgebers). Ausgezahlt werden ihm dann nur noch 81,92 EUR. Wäre er in einem Privathaushalt beschäftigt, müssten sogar 28,08 EUR Eigenanteil für die Rentenversicherung gezahlt werden.

Empfehlung: Um unnötige Nachzahlungen zu vermeiden, empfehlen wir allen Arbeitgebern zeitnah zu prüfen, ob für ihre Mini-Jobber Rentenversicherungspflicht besteht. Falls ja, sollten die Mini-Jobber über die Befreiungsmöglichkeit informiert, Befreiungsanträge rechtzeitig an die Minijob-Zentrale gemeldet werden. Die ETL-Steuerberater sind Ihnen gern dabei behilflich.

Mini-Jobber sind nicht krankenversicherungspflichtig

In der Kranken- und Pflegeversicherung sind Mini-Jobber grundsätzlich versicherungsfrei. Nur der Arbeitgeber zahlt die pauschalen Beiträge. All diejenigen, die vor dem 1. Januar 2013 zwischen 400,01 EUR und 450 EUR verdienten, waren bislang sozialversicherungspflichtig. In der Rentenversicherung ändert sich daran auch nichts. Eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist erst nach dem 31. Dezember 2014 möglich. Es ist jedoch möglich, sich ab dem 1. Januar 2013 von der Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung befreien zu lassen. Doch manchmal ist die Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung gewünscht, z. B. in Unternehmerhaushalten. Ist der Unternehmer privat krankenversichert und der Ehepartner nicht berufstätig, muss der Ehepartner in der privaten Krankenversicherung mitversichert werden. Diese Familienversicherung kann teuer werden. Doch mit einer mehr als geringfügigen und damit auch krankenversicherungspflichtigen Beschäftigung können Versicherungsbeiträge gespart werden. Ein Job mit einem Verdienst von etwas mehr als 400 EUR, z. B. im Unternehmen des Ehegatten, war bisher eine beliebte Gestaltung. Doch auch hier besteht Handlungsbedarf.

Falle 4: Familienversicherung verhindert Krankenversicherungspflicht

Beschäftigte, die schon vor dem 1. Januar 2013 mehr als 400 EUR (aber nicht mehr als 450 EUR) verdient haben, können nur dann weiterhin kranken- und pflegeversicherungspflichtig bleiben, wenn sie nicht die Voraussetzungen der Familienversicherung erfüllen. Dafür muss ihr regelmäßiges monatliches Gesamteinkommen 450 EUR übersteigen. Krankenversicherungspflichtig bleiben daher nur diejenigen, die neben dem Mini-Job-Entgelt noch weitere Einkünfte beziehen, oder wenn das monatliche Gehalt für die bisherige Beschäftigung auf mehr als 450 EUR erhöht wird.

(Stand: 15.02.2013)

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