Künstlersozialabgabepflicht wird stärker kontrolliert

Beitragssatz bleibt 2015 stabil

 

Viele Unternehmer sind sich nach wie vor nicht bewusst, dass sie künstlersozialabgabepflichtig sind. Wer denkt schon an die Künstlersozialabgabe, wenn er bei einem selbständigen Grafiker ab und an neue Visitenkarten oder Flyer in Auftrag gibt, zum Firmenjubiläum einen Musiker engagiert oder den selbständigen Webdesigner mit laufenden Anpassungen der Unternehmenswebsite betraut? Doch genau das kann schon ausreichen, denn künstlersozialabgabepflichtig sind alle Unternehmer, die nicht nur gelegentlich künstlerische oder publizistische Werke nutzen und für ihr Unternehmen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Was nicht nur gelegentlich heißt, ist bisher nicht gesetzlich geregelt. Nach der Rechtsprechung reicht dafür schon eine zwei- oder dreimalige Auftragserteilung pro Jahr aus. Sogar eine einmalige außerordentliche und große Veranstaltung oder ein regelmäßig einmal im Jahr erteilter Auftrag kann bereits zur Nachhaltigkeit und damit zur Künstlersozialabgabepflicht führen.

Eine Vereinfachung, die keine ist

Ab dem 1. Januar 2015 wollte der Gesetzgeber für kleine Unternehmen eine Erleichterung schaffen und diese von der Künstlersozialabgabepflicht befreien. Aufträge werden dann nur gelegentlich erteilt, wenn die in einem Kalenderjahr gezahlten Honorare insgesamt 450 EUR nicht übersteigen. Doch selbst Unternehmer, die nur einmal pro Jahr von selbständig tätigen Grafikdesignern Anzeigen, Werbematerial oder die Website gestalten lassen, werden diese Grenze vermutlich überschreiten und damit doch künstlersozialabgabepflichtig werden bzw. weiterhin sein.

Hinweis:

Nicht kommerzielle Veranstalter, wie z. B. Hobby- und Laienmusikvereinigungen, Liebhaberorchester und Karnevalsvereine, fallen weiterhin nur unter die Abgabepflicht, wenn in einem Kalenderjahr mindestens vier Veranstaltungen mit vereinsfremden Künstlern oder Publizisten aufgeführt oder dargeboten werden. Allein die regelmäßige Tätigkeit von vereinseigenen Chorleitern und Dirigenten führt für Musikvereine nicht zur Abgabepflicht. Keine Künstlersozialabgabe fällt an, wenn eine GmbH beauftragt wird, denn künstlersozialversicherungspflichtig sind nur natürliche Personen.

Beitragssatz bleibt 2015 stabil

Die Künstlersozialabgabe bemisst sich nach den gezahlten Gagen, Honoraren sowie den Auslagen (z. B. Kosten für Telefon und Fracht) und Nebenkosten (z. B. für Material, Entwicklung und nichtkünstlerische Nebenleistungen), die dem Künstler vergütet werden. Sie beträgt für im Jahr 2014 gezahlte Honorare 5,2 % des Entgelts. Der Beitragssatz soll 2015 stabil bleiben. Da die Künstlersozialabgabe eine nicht zu vernachlässigende Größe ist, sollten Unternehmer sie mit einkalkulieren, wenn sie einen Auftrag an einen selbständigen Künstler oder Grafiker erteilen.

Unternehmer müssen sich bei der Künstlersozialkasse anmelden

Abgabepflichtige Unternehmer müssen sich selbst bei der Künstlersozialkasse anmelden und bis zum 31. März des jeweiligen Folgejahres die im vergangenen Kalenderjahr an selbständige Künstler und Publizisten gezahlten Honorare mitteilen. Für das laufende Kalenderjahr sind monatliche Vorauszahlungen zu leisten, die die Künstlersozialkasse anhand der Vorjahreswerte ermittelt. Nach der endgültigen Abrechnung nach Ablauf des Kalenderjahres sind Überzahlungen und Fehlbeträge auszugleichen. Wer seinen Meldepflichten nicht rechtzeitig nachkommt, erhält von der Künstlersozialkasse einen Schätzungsbescheid. 

Hinweis: Nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz sind die abgabepflichtigen Unternehmer verpflichtet, alle Zahlungen an die selbständigen Künstler sorgfältig aufzuzeichnen und für Prüfungszwecke der Künstlersozialkasse bzw. der Rentenversicherungsträger vorzuhalten.

Verschärfte Kontrollen durch Rentenversicherung und Künstlersozialkasse

Bereits seit 2007 prüfen die Rentenversicherungsträger im Rahmen ihrer Betriebsprüfungen auch die ordnungsgemäße Erfüllung der Meldepflichten nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz und die rechtzeitige und vollständige Entrichtung der Künstlersozialabgabe durch die Arbeitgeber. Ab 2015 müssen sich Unternehmer auf deutlich mehr Kontrollen einstellen.

Geprüft wird zukünftig

  • mindestens alle vier Jahre bei den Arbeitgebern, die bereits als künstlersozialabgabepflichtige Unternehmer erfasst wurden
  • mindestens alle vier Jahre bei den Arbeitgebern mit mehr als 19 Beschäftigten und
  • bei mindestens 40 % der Arbeitgeber mit weniger als 20 Beschäftigten, bei denen im jeweiligen Kalenderjahr eine Betriebsprüfung stattfindet.

Auch die Künstlersozialkasse wird eigene Kontrollen durchführen. Zudem wird sie eine Prüfgruppe einrichten, die branchenspezifische Schwerpunktprüfungen und anlassbezogene Prüfungen durchführt.

Tipp:

Nicht nur die Nachzahlungen zur Künstlersozialkasse können für Unternehmer teuer werden. Wer die gesetzlichen Melde- und Aufzeichnungspflichten verletzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 EUR geahndet werden kann. Achten Sie daher darauf, dass Sie ihren Melde- und Zahlungsverpflichtungen nachkommen und keine Fristen versäumen.

(Stand: 15.09.2014)

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