Künstlersozialabgabe kann jeden Unternehmer treffen

Beitragssatz sinkt ab 2017

 

Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Das zeigt sich auch, wenn nach einer Sozialversicherungsprüfung für mehrere Jahre Künstlersozialabgabe nachgefordert wird. Viele Unternehmer sind sich gar nicht bewusst, dass sie künstlersozialabgabepflichtig sind. Nicht nur selbständige Künstler, Verlage, Theater und Galerien, sondern alle Unternehmer, die nicht nur gelegentlich künstlerische oder publizistische Werke nutzen und für ihr Unternehmen Werbung und Öffentlichkeitsarbeit betreiben, müssen die Abgabe leisten. Es reicht bereits aus, wenn ein Unternehmer einen selbständigen Grafiker ab und zu mit neuen Visitenkarten, Briefbögen oder Flyern, einen DJ mit der musikalischen Umrahmung für das Firmenjubiläum oder einen selbständigen Webdesigner mit den laufenden Anpassungen der Website beauftragt. Nur wenn der Auftrag an eine GmbH, OHG oder KG vergeben wird, besteht keine Abgabepflicht.

Nicht nur gelegentlich bedeutet, dass für Eigenwerbung oder Öffentlichkeitsarbeit Aufträge für insgesamt mehr als 450 Euro (netto) im Jahr erteilt werden.

Beispiel

Ein Einzelhändler beauftragt im Mai 2016 einen Designer, eine Außenwerbung zu gestalten. Im September 2016 beauftragt er einen Grafiker, Visitenkarten und Flyer zu erstellen. Insgesamt wurden Aufträge für 600 € erteilt.

Die Beauftragung erfolgt nicht nur gelegentlich, da die Bagatellgrenze von 450 € überschritten wurde. Das Unternehmen ist zur Anmeldung und Abführung der Künstlersozialabgabe verpflichtet.

Einen Lichtblick gibt es für Unternehmen, die Veranstaltungen mit Künstlern durchführen (z. B. Live-Musik-Abende in einer Gaststätte). Hier fällt für höchstens drei Veranstaltungen pro Jahr auch dann keine Künstlersozialabgabe an, wenn die Entgelte dafür mehr als 450 Euro (netto) betragen.

Beispiel

Ein Hotelier veranstaltet im Jahr 2016 drei Live-Musik-Abende. Die auftretenden Künstler erhielten je Veranstaltung 300 €.

Da es sich insgesamt nur um drei Veranstaltungen handelt, entsteht keine Abgabepflicht, obwohl die Bagatellgrenze von 450 € überschritten wurde.

Bei Unternehmern, die sowohl Aufträge für die Eigenwerbung erteilen als auch Veranstaltungen mit Künstlern durchführen, muss anhand beider Kriterien geprüft werden, ob Künstlersozialabgabepflicht besteht.

Beispiel

Ein Gastronom beauftragt im Juli 2016 einen Grafiker mit der Erstellung eines Firmenschildes und der Gestaltung von Werbeflyern im Gesamtwert von 400 €. Im Laufe des Jahres wurden zudem drei Live-Musik-Abende veranstaltet. Die auftretenden Künstler erhielten je Veranstaltung 200 €.

Der Gastronom hat für Leistungen an selbständige Künstler insgesamt 1.000 € (netto) ausgegeben. Davon entfallen 600 € auf die drei Veranstaltungen. Da die Grenze von drei Veranstaltungen nicht überschritten wurde, entsteht hierfür keine Abgabepflicht. Die verbleibenden 400 € für Werbemaßnahmen unterschreiten die Bagatellgrenze von 450 €, so dass die Gaststätte für 2016 nicht künstlersozialabgabepflichtig ist.

Künstlersozialabgabe ist anzumelden

Künstlersozialabgabepflichtige Unternehmen müssen sich selbst bei der Künstlersozialkasse melden und bis zum 31. März des jeweiligen Folgejahres die im vergangenen Kalenderjahr an selbständige Künstler und Publizisten gezahlten Honorare mitteilen und die Künstlersozialabgabe entrichten. Für das laufende Kalenderjahr sind monatliche Vorauszahlungen zu leisten. Wer seinen Meldepflichten nicht rechtzeitig nachkommt, wird von der Künstlersozialkasse geschätzt. Aktuell beträgt die Künstlersozialabgabe noch 5,2 % der gezahlten Gagen, Honorare sowie der Auslagen und Nebenkosten, die dem Künstler vergütet werden. Ab 2017 sinkt der Beitragssatz auf 4,8 %.

Hinweis

Die Deutsche Rentenversicherung kontrolliert in ihren regelmäßigen Sozialversicherungsprüfungen bei allen Unternehmen, ob eine Künstlersozialabgabepflicht vorliegt. Wenn dies der Fall ist, kann die Künstlersozialabgabe für die letzten fünf Jahre nachgefordert werden.

Wer die Melde- und Aufzeichnungspflichten verletzt, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro zur Kasse gebeten werden.

(Stand: 18.11.2016)

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