Ist Ihr Internetauftritt künstlersozialabgabepflichtig?

Meldefrist für Künstlersozialabgabe 2015 läuft am 31. März 2016 ab

 

Im Zeitalter der digitalen Medien geht es in vielen Unternehmen nicht ohne einen eigenen Internetauftritt. Er ist die Plattform für Informationen über das Unternehmen, die Produkte und generiert neue Kunden. Dabei werden diese Internetseiten in aller Regel durch professionelle Webdesigner erstellt. Webdesigner gehören nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz zum Personenkreis der Künstler und Publizisten, da sie unter ästhetischen und funktionalen Gesichtspunkten die Internetpräsentationen mitgestalten und programmieren. Spätestens wenn es auch für Ihr Unternehmen eine Internetseite gibt, sollten Sie sich mit dem Thema Künstlersozialabgabe befassen. Denn die Aussage: Das Unternehmen vergibt keine Aufträge an Künstler und ist deshalb nicht künstlersozialabgabepflichtig, ist dann nicht mehr richtig. Aber auch wenn es keine Internetseite gibt, sollte das Thema nicht zur Seite geschoben werden, denn künstlersozialabgabepflichtig kann jedes Unternehmen werden.

Wozu dient die Künstlersozialabgabe?

Mit der Künstlersozialabgabe wird der Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung selbständiger Künstler und Publizisten finanziert. Deshalb sind alle Unternehmen, unabhängig von ihrer Branchenzugehörigkeit, zur Zahlung der Künstlersozialabgabe verpflichtet, wenn sie Aufträge an freischaffende Künstler vergeben. Zum besseren Verständnis sollte der Begriff des selbständigen Künstlers besser mit selbständiger Kreativer übersetzt werden. Auf keinen Fall kommt es auf die Bekanntheit des Selbständigen an. Werden künstlerische, kreative oder publizistische Werke oder Leistungen in Anspruch genommen, dann ist die Künstlersozialabgabe zu berücksichtigen.

Wer ist abgabepflichtig?

Nach dem Gesetz sind Unternehmen, wie Verlage, Presseagenturen, Theater, Rundfunk und Fernsehen u. a. zur Zahlung von Künstlersozialabgabe verpflichtet, da sie typischerweise künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen verwerten. Doch auch wenn das eigene Unternehmen nicht zu diesen im Gesetz namentlich aufgeführten Branchengruppen gehört, kann die Abgabepflicht entstehen.

Erfolgt Werbung und Öffentlichkeitsarbeit nicht durch eigene Mitarbeiter firmenintern, sondern wird an externe Grafiker, Werbedesigner oder andere Kreative vergeben, ist die Basis für die Künstlersozialabgabe auch hier geschaffen. Über die sogenannte Generalklausel werden auch Unternehmen abgabepflichtig, wenn sie nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Kreative vergeben, um damit eigene Einnahmen zu erzielen. Es kann sich dabei z. B. um Unternehmen handeln die Produkte oder Verpackungen gestalten lassen. Aber auch Unternehmen, die mehr als drei öffentliche Veranstaltungen mit Künstlern durchführen und dabei Einnahmen erzielen, sind nach der Generalklausel abgabepflichtig.

Wie viel und worauf muss die Künstlersozialabgabe gezahlt werden?

Die Künstlersozialabgabe in Höhe von 5,2 % wird auf alle Zahlungen erhoben, die der Kreative für seine Arbeit erhält. In die Bemessungsgrundlage werden nicht einbezogen u.a.

  • die Zahlungen an juristische Personen und Personengesellschaften, die im Handelsregister eingetragen sind (KG, OHG, GmbH),
  • die Umsatzsteuer,
  • Reisekosten im Rahmen der steuerfreien Pauschalen,
  • Steuerfreie Aufwandsentschädigungen im Rahmen der Übungsleiterpauschale und
  • Vervielfältigungskosten.

Für Beitragszeiten bis 31. Dezember 2014 entstand die Abgabepflicht in Abhängigkeit vom Volumen der vergebenen Aufträge und von ihrer Häufigkeit. Dabei führte ein großer Auftrag genauso zur Abgabepflicht, wie eine Vielzahl kleiner Aufträge. Seit 2015 gibt es für Unternehmen, die Aufträge für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit vergeben, sowie für Unternehmen, die unter die Generalklausel fallen eine Bagatellgrenze von 450 Euro pro Jahr. Besteht eine Abgabepflicht nach der Generalklausel, so wird sie nur wirksam, wenn mehr als drei Veranstaltungen (nicht Aufträge) mit selbständigen Künstlern oder Publizisten durchgeführt werden.

Beispiel:

Zur Neueröffnung einer Gaststätte im März 2015 wurde die Erstellung eines Firmenschildes und von Visitenkarten im Gesamtwert von 400 Euro (netto) in Auftrag gegeben. Im Laufe des Jahres 2015 wurden drei Live-Musik-Abende veranstaltet. Die auftretenden Künstler erhielten je Veranstaltung 200 Euro, somit im gesamten Jahr 600 Euro.

Lösung:

Die Summe aller künstlerischen Leistungen, für die die Meldung zur Künstlersozialkasse zu prüfen ist, beträgt 1.000 Euro. Davon entfallen 600 Euro auf die drei Veranstaltungen, die der Generalklausel zugerechnet werden. Die Grenze von drei Veranstaltungen wurde nicht überschritten, damit entsteht keine Abgabepflicht. Der verbleibende Betrag von 400 Euro entfällt auf die Werbung/Öffentlichkeitsarbeit. Mit diesem Betrag wird die Bagatellgrenze von 450 Euro nicht überschritten. Die Gaststätte ist nicht abgabepflichtig für das Jahr 2015.

Hinweis:

Die Künstlersozialabgabe ist jährlich bis zum 31. März des folgenden Jahres zu melden. Damit es nicht zu teuren Säumniszuschlägen von 1 % pro Monat kommt, sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater und überprüfen Sie gemeinsam die Abgabepflicht Ihres Unternehmens, eventuell auch für die Vorjahre ab  1. Januar 2011. Denn so weit zurück kann die Künstlersozialabgabe bei einer Prüfung noch eingefordert werden.

(Stand: 29.02.2016)

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