Ehrenamtliches Engagement wird belohnt

Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale sind steuerfrei

 

Wer sich ehrenamtlich in Vereinen, Stiftungen oder gemeinnützigen Organisationen engagiert, wird steuerlich begünstigt. Für eine nebenberufliche Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder oder Pfleger kranker oder behinderter Menschen können Vergütungen von bis zu 2.400 EUR pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei vereinnahmt werden (sogenannter Übungsleiterfreibetrag). Voraussetzung ist allerdings, dass die Tätigkeit im Dienst oder Auftrag einer juristischen Person des öffentlichen Rechts (z. B. Landkreis, Gemeindeverband, IHK) oder eines Vereins, der gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt, ausgeübt wird.

Auch ehrenamtliche Betreuer und Vormunde erhalten einen Steuerfreibetrag, der wie der Übungsleiterfreibetrag 2.400 EUR beträgt. Wer allerdings als ehrenamtlicher Betreuer eine Aufwandspauschale erhält und zusätzlich als Übungsleiter tätig ist, kann nur einmalig 2.400 EUR steuerfrei vereinnahmen.

Eine andere Form der staatlichen Förderung ehrenamtlicher Tätigkeit ist die Ehrenamtspauschale in Höhe von jährlich 720 EUR. Dieser Freibetrag gilt für jede Tätigkeit, die für einen gemeinnützigen Verein oder für kirchliche Einrichtungen ausgeübt wird, z. B. als Vereinsvorstand, Schatzmeister, Platzwart, Gerätewart, Reinigungsdienst oder auch für den Fahrdienst von Eltern zu Auswärtsspielen von Kindern. Für die gleiche Tätigkeit werden jedoch nur der Übungsleiterfreibetrag oder die Ehrenamtspauschale gewährt. Werden zwei unterschiedliche ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeübt, wird die Ehrenamtspauschale zusätzlich zum Übungsleiterfreibetrag bzw. zum Steuerfreibetrag für Betreuer gewährt.

Beispiel

Ein Unternehmer erhält für seine nebenberufliche Tätigkeit als Übungsleiter bei einem gemeinnützigen Handballclub 3.000 EUR. Darüber hinaus erhält er als ehrenamtlicher Betreuer 1.200 EUR. Von den 3.000 EUR des Handballclubs sind 2.400 EUR steuerfrei (Übungsleiterpauschale). Der Steuerfreibetrag für ehrenamtliche Betreuer wird nicht gewährt, weil der Höchstbetrag bereits mit der Übungsleiterpauschale ausgeschöpft ist. Dafür kann er die Ehrenamtspauschale in Höhe von 720 EUR abziehen. Steuerpflichtig sind somit insgesamt 1.080 EUR (3.000 EUR - 2.400 EUR = 600 EUR und 1.200 EUR - 720 EUR = 480 EUR).


Die Pauschalen sind Jahresbeträge, die auch dann nicht zu kürzen sind, wenn die Tätigkeiten nur einige Monate des Jahres ausgeübt werden. Die Freibeträge können nicht auf den anderen Ehegatten oder Lebenspartner übertragen werden.

Hinweis

Sollen ehrenamtlich tätige Vereinsvorstände eine Vergütung erhalten, muss dies in der Satzung ausdrücklich geregelt werden. Anderenfalls ist der Verein unter Umständen nicht mehr gemeinnützig und verliert seine Steuerbegünstigung. Unschädlich ist hingegen, wenn nur Auslagen erstattet werden.

Nur nebenberufliche Tätigkeit wird belohnt

Steuerfreie Pauschalen werden nur für nebenberufliche Tätigkeiten gewährt. Eine Tätigkeit wird nebenberuflich ausgeübt, wenn sie nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit einer Vollzeitstelle umfasst oder überhaupt kein Hauptberuf ausgeübt wird, wie bei Studenten oder Rentnern. Mehrere gleichartige Tätigkeiten, z. B. Büroarbeiten bei drei Vereinen von jeweils weniger als einem Drittel einer Vollzeitstelle, werden zusammengerechnet; mehrere verschiedenartige Tätigkeiten sind jeweils gesondert zu beurteilen. Es ist auch nicht möglich, eine gleichartige Tätigkeit bei einem Arbeitgeber formal in eine haupt- und eine nebenberufliche Beschäftigung aufzuteilen.

Hinweis

Auch wer als Amateursportler oder in einem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb eines Vereins (z. B. der Vereinskantine) tätig ist, wird nicht begünstigt.

Spendenabzug auch bei Verzicht auf Aufwendungsersatz möglich

Oftmals verzichten ehrenamtlich Tätige auf den Ersatz ihrer Aufwendungen, z. B. auf verauslagte Fahrtkosten oder auf die Auszahlung einer vereinbarten Vergütung für ihre Tätigkeit. In diesen Fällen können sie Spendenbescheinigungen über Aufwands- und Rückspenden erhalten. Der Abzug dieser Spenden ist jedoch nur zulässig, wenn der Aufwendungsersatz vor dem Beginn der Tätigkeit vereinbart wurde und auf einem Vertrag, einer Satzungsregelung oder einem Vorstandsbeschluss beruht. Zudem muss der Verein wirtschaftlich in der Lage sein, den Aufwendungsersatz zu leisten.

Hinweis

Bei Vereinen, die nach dem 31. Dezember 2014 gegründet werden, wird ein Aufwendungsersatz aufgrund eines Vorstandsbeschlusses steuerlich nur noch anerkannt, wenn die Satzung dies ausdrücklich vorsieht. Um  Rechtssicherheit zu schaffen, empfehlen wir aber auch allen Vereinen, die vor dem 1. Januar 2015 gegründet wurden, eine solche Satzungsermächtigung zu schaffen.

(Stand: 29.04.2015)

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