Doppelt so lang aber nur halb so viel

 

 

Bereits seit Jahren können Eltern, die ihren jüngsten Nachwuchs zu Hause betreuen und deshalb zeitweise keiner Erwerbstätigkeit nachgehen oder nur eine Teilzeitbeschäftigung von maximal 30 Wochenstunden ausüben, Elterngeld beziehen. Das einkommensabhängige Elterngeld beträgt zwischen 65 % und 67 % des Nettoeinkommens, maximal 1.800 EUR pro Monat. Zusätzliche Einkünfte sowie das nachgeburtliche Mutterschaftsgeld werden allerdings auf das Elterngeld angerechnet und mindern dieses. Mindestens werden jedoch 300 EUR monatlich gezahlt.

Basis Elterngeld oder Elterngeld Plus

Eltern können künftig zwischen dem Basis Elterngeld und Elterngeld Plus wählen. Mit dem Elterngeld-Plus kann die Elternzeit flexibler gestaltet und verlängert werden. Es soll insbesondere geringer verdienende Eltern stärker fördern und ihnen einen schnelleren Wiedereinstieg in eine Teilzeitbeschäftigung ermöglichen. Konnte das Elterngeld bislang maximal 14 Monate lang bezogen werden, so lässt sich der Bezug für ab dem 1. Juli 2015 geborene Kinder durch Elterngeld Plus und Partnerschaftsbonusmonate auf bis zu 28 Monate ausdehnen.
In einem Elterngeld Plus Monat wird Elterngeld in der Höhe eines halben Basiselterngeldbetrages, mindestens in Höhe von 150 EUR gezahlt. Für Eltern, die ihre Kinder gemeinsam großziehen, gleichzeitig aber auch berufstätig sein möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, Basiselterngeld und Elterngeld Plus miteinander zu kombinieren – so wie es für die Familie am günstigsten ist.

Kein doppeltes Elterngeld bei Mehrlingsgeburten

Für Eltern von Mehrlingen gibt es dagegen keine guten Nachrichten. Ab dem 1. Januar 2015 besteht auch bei Zwillings- bzw. Mehrlingsgeburten (wieder) nur ein Anspruch auf ein Elterngeld und nicht mehr für jedes neugeborene Kind. Das Elterngeld erhöht sich für das zweite und jedes weitere Kind nur um einen Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 EUR monatlich (150 EUR bei Elterngeld Plus).

Tipp

Auch bei der Elternzeit gibt es Änderungen. Eine nicht beanspruchte Elternzeit von bis zu 24 Monaten darf ab 2015 auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers zwischen dem vollendeten dritten und achten Lebensjahr des Kindes beansprucht werden. Die Elternzeit kann zudem auf bis zu drei Abschnitte verteilt werden. Die neuen Regelungen sind sehr kompliziert. Damit kein Elterngeld verschenkt wird, ist fachkundiger Rat gefragt.

(Stand: 30.12.2014)

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