Besteuerung der Mütterrente

Bund der Steuerzahler (BdSt) beschwert sich beim Bundesministerium der Finanzen

 

Zum 1. Juli 2014 brachte die Bundesregierung das Rentenpaket auf dem Weg. Ein Bestandteil dieses Pakets ist die sogenannte Mütterrente. Alle Mütter oder Väter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden und die bei der Berechnung der Rente Kindererziehungszeiten geltend machen können, erhalten nun zwei Jahre anstelle nur eines Jahres Erziehungszeit angerechnet. Damit wird die Erziehungsarbeit für diese Kinder ein ganzes Stück besser wertgeschätzt, als bisher.

Zur Vereinfachung der Berechnung erhielten alle Rentnerinnen und Rentner, die am 30. Juni 2014 eine Rente bezogen hatten und Kindererziehungszeiten beanspruchten, eine Erhöhung um 28,61 EUR (West) und 26,39 EUR (Ost) brutto je Kind mehr pro Monat ausgezahlt.

Mütterrente ist keine selbstständige Rente, aber auch keine regelmäßige Rentenanpassung

Die neue Mütterrente ist keine selbstständige Rente, sondern ein Bestandteil der normalen Altersrente. Das hat auch steuerliche Auswirkungen. Denn wie hoch der Anteil der Rente ist, der besteuert wird, hängt vom Zeitpunkt des erstmaligen Rentenbezugs ab.

Seit 2005 bestimmt das Jahr des Rentenbeginns die Höhe des prozentualen Besteuerungsanteils, mit dem die Leibrenten in der Einkommensteuerveranlagung berücksichtigt werden. So beträgt der Besteuerungsanteil 50 Prozent bei Rentenbeginn vor 2006. Er erhöht sich bis 2020 schrittweise um 2 Prozent pro Jahr bzw. ab 2020 um 1 Prozent pro Jahr, sodass bei Rentenbeginn ab 2040 eine 100%ige (nachgelagerte) Besteuerung erreicht wird. Im Erstjahr des Rentenbezugs wird somit der steuerfreie Anteil der Rente für die Zukunft festgeschrieben.

Laut Mitteilung des Bundesministeriums der Finanzen führt die Rentenerhöhung durch die Mütterrente als unselbstständiger Rentenbestandteil zu einer außerplanmäßigen Neufestsetzung dieses steuerfreien Anteils der Rente.

Der auf die Mütterrente entfallende Teil der Rente wird mit dem gleichen Prozentsatz steuerpflichtig, wie er auch für die bisherige Rente in Ansatz kam, z. B. 50 Prozent der Rente bei erstmaligem Rentenbezug vor 2006.

Die Rententräger übermitteln dem Finanzamt neben der gezahlten Rente auch den neuen Jahresbetrag des Erstjahres durch Mitteilung des zu 100 Prozent steuerpflichtigen Rentenanpassungsbetrags. Dabei rechnen die Rententräger so, als ob die Mütterrente bereits im Erstjahr gezahlt worden ist. Aus diesem Grund erfolgt die Neuberechnung des Jahresbetrags, der für die Festschreibung des steuerfreien Anteils entscheidend ist, mit dem Rentenwert des Erstbezugsjahres der Rente. Somit bleiben die Anpassungen des Rentenwertes zwischen dem Erstrentenjahr (z. B. 2005 oder früher) und dem Rentenwert 2014 in vollem Umfang steuerpflichtig, genauso, wie die regelmäßigen Rentenerhöhungen bzw. Rentenanpassungen.

Beispiel:

Eine Seniorin bezog bereits in 2005 eine monatliche Altersrente. Ab Juli 2014 erhält sie eine zusätzliche monatliche Mütterrente (Ost) für 2 Kinder von 52,78 EUR (26,39 EUR je Kind). Da ein Rentenpunkt (Ost) in 2005 einen Wert in Höhe von 22,97 EUR hatte, entspricht dies einer fiktiven Mütterrente (Ost) im Jahr 2005 von 45,94 EUR/Monat. Dieser Wert fließt in die Besteuerung mit 50 % ein. Der übersteigende Betrag von monatlich 6,84 EUR pro Monat unterliegt der vollen Steuerpflicht in 2014. Die in 2014 tatsächlich zugeflossene Mütterrente ist mit einem Betrag in Höhe von 178,86 EUR steuerpflichtig.

Berechnung des steuerpflichtigen Anteils der neuen Mütterrente
Mütterrente 2014 6 Monate x 26,39 EUR x 2 Kinder 316,68 EUR
Ermittlung des steuerfreien Betrags für 2005:
Mütterrente 2005 – fiktiv 6 Monate x 22,97 EUR x 2 Kinder = 275,64 EUR
Davon steuerfrei 50 % von 275,64 EUR ./. 137,82 EUR
Verbleibende Steuerpflicht 2014 178,86 EUR

(Zur Vereinfachung der Berechnung wurde auf den Ausweis des bisherigen Steuerfreibetrags für die Jahresrente 2005 verzichtet.)

Damit wird die Erhöhung durch die Mütterrente durchaus höher besteuert, als viele Rentnerinnen und Rentner bisher angenommen haben.

Wie hoch der individuelle Anteil der Besteuerung ist, wird aus den übermittelten Werten an das Finanzamt bzw. aus den Rentenbezugsmitteilungen nicht sofort ersichtlich, da nur der gesamte Rentenanpassungsbetrag seit dem Erstjahr des Rentenbezugs bis 2014 ausgewiesen wird.

Diese undurchsichtige Steuerberechnung der Mütterrente veranlasste den Bund der Steuerzahler zu einer Beschwerde an das Bundesministerium der Finanzen. Darin wird das BMF aufgefordert, die Besteuerung aufzuklären und dafür Sorge zu tragen, dass die Senioren über die Besteuerung der Mütterrente aufgeklärt werden.

(Stand: 20.03.2015)

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