Berechnungsgrößen zur Sozialversicherung ändern sich ab 2015

Rentenversicherungsbeitragssatz sinkt

 

Zum 1. Januar 2015 werden die Beitragsbemessungsgrenzen zur Kranken- und Rentenversicherung sowie die Bezugsgröße in der Sozialversicherung an die im vergangenen Jahr gestiegenen Löhne und Gehälter angepasst. Aber auch die Beitragssätze zu den einzelnen Zweigen der Sozialversicherung ändern sich ab dem 1. Januar 2015.

Umfangreiche Änderungen bei der Krankenversicherung

Für die Kranken- und Pflegeversicherung beträgt die bundeseinheitliche Bemessungsgrenze ab 1. Januar 2014 pro Monat 4.125 EUR. Die allgemeine Jahresentgeltgrenze zur gesetzlichen Krankenversicherung (sogenannte Versicherungspflichtgrenze) steigt auf 54.900 EUR. Das bedeutet: Arbeitnehmer, deren vertraglich vereinbartes Brutto-Jahresgehalt die Versicherungsgrenze übersteigt, sind nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie können zwischen der freiwilligen Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung und einer privaten Krankenversicherung wählen. Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung wird auf 14,6 % festgelegt, der paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu finanzieren ist. Der ausschließlich vom Arbeitnehmer zu tragende Beitragssatzanteil in Höhe von 0,9 % des beitragspflichtigen Einkommens sowie der einkommensunabhängige Zusatzbeitrag, den die Krankenkassen zusätzlich erheben konnten, entfallen ab 2015. Die Krankenkassen können jedoch ab 1. Januar 2015 individuelle und einkommensabhängige Zusatzbeiträge erheben, die der Arbeitnehmer allein zahlen muss. Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für 2015 wurde auf 0,9 % festgelegt. Es sind jedoch auch höhere und niedrigere Zusatzbeiträge möglich.

Hinweis:
Seit dem 1. August 2013 muss beim Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr beantragt werden. Es kommt automatisch zur Anschlussversicherung, wenn nicht innerhalb von zwei Wochen der Austritt erklärt und eine private Krankenversicherung nachgewiesen wird.

Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung steigt, Beitragssatz sinkt

Für die gesetzliche Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung gelten auch in 2015 unterschiedliche Beitragsbemessungsgrenzen für die Bundesländer West und die Bundesländer Ost. Sie werden auf 6.050 EUR bzw. 5.200 EUR pro Monat angehoben. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung sinkt dagegen um 0,2 Prozentpunkte auf 18,7 %. Für Arbeitnehmer mit einem niedrigen Verdienst ist das eine tatsächliche Ersparnis, für Arbeitnehmer mit einem höheren Verdienst wird der Vorteil durch die gestiegene Beitragsbemessungsgrenze aufgebraucht.

Hinweis:
Die Beitragsbemessungsgrenze (West) zur gesetzlichen Rentenversicherung ist auch für steuerliche Zwecke bedeutsam. An ihr orientiert sich der Höchstbetrag für die steuerlich geförderten Beiträge zu einer betrieblichen Altersvorsorge über einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung. Steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben jährlich Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze, d. h. in 2015 Beiträge bis 2.904 EUR.

Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt

Während der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung stabil bei 3,0 % bleibt, muss für die Pflegeversicherung mehr gezahlt werden. Der Beitragssatz steigt von 2,05 % auf 2,35 %, der jeweils zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tragen ist (Ausnahme Sachsen: 1,675 % Arbeitnehmer- und 0,675 Arbeitgeberanteil). Kinderlose Arbeitnehmer zahlen einen Zuschlag von 0,25 %.

Bezugsgröße zur Sozialversicherung wird 2015 angehoben

Auch die Bezugsgröße zur Sozialversicherung wird 2015 erneut angehoben und beträgt 2.835 EUR im Monat (Bundesländer West) und 2.415 EUR im Monat (Bundesländer Ost). Sie ist eine wichtige Berechnungsgröße im Sozialversicherungsrecht. Die höhere Bezugsgröße wirkt sich unter anderem auf die Belastungsgrenze und damit auf die Befreiung von Zuzahlungen zu Medikamenten aus.

Die Bezugsgröße wird aber auch herangezogen, um eine freiberufliche Tätigkeit als hauptberufliche oder nebenberufliche Tätigkeit einzustufen. Denn hauptberuflich tätige Selbständige können auch mit einem versicherungspflichtigen Nebenjob nicht krankenversicherungspflichtig werden und damit den umfassenden Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten. Eine hauptberufliche Selbständigkeit liegt in der Regel vor, wenn die selbständige Tätigkeit wöchentlich

  • mehr als 30 Stunden umfasst und das aus der freiberuflichen Tätigkeit erzielte Einkommen 25 % der monatlichen Bezugsgröße (= 708,75 EUR) übersteigt.
  • weniger als 30 aber mehr als 20 Stunden umfasst und das damit erzielte Einkommen 50 % der monatlichen Bezugsgröße (= 1.417,50 EUR) übersteigt.

Hinweis:
Durch die Anhebung der Bezugsgröße steigt auch die Einkommensgrenze für die beitragsfreie Familienversicherung von 395 EUR in 2014 auf 405 EUR in 2015 an.

(Stand: 12.12.2014)

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