Bauunternehmer nochmals aufgepasst

Gesetzgeber ändert ab 1. Oktober 2014 abermals die Steuerschuldnerschaft bei Bauleistungen

 

Bauunternehmer müssen schon seit Jahren umsatzsteuerliche Besonderheiten beachten. Werden Bauleistungen an einen anderen Bauunternehmer erbracht, hat nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Der leistende Unternehmer erteilt eine Rechnung ohne Umsatzsteuer und nimmt in seine Rechnung den Hinweis Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers auf. In diesem Jahr hat sich die Rechtslage gleich zweimal geändert. Bauunternehmer müssen daher ganz genau darauf achten, wann sie ihre Leistungen erbringen bzw. erbracht haben. Dabei sind zwei Zeiträume ganz wichtig: Umsätze zwischen dem 15. Februar und dem 30. September 2014 und Umsätze, die ab 1. Oktober 2014 ausgeführt werden.

Umsätze im Übergangszeitraum vom 15. Februar bis 30. September 2014

Für den Übergang der Steuerschuldnerschaft auf den Leistungsempfänger reicht es nicht aus, dass dieser auch ein Bauunternehmer ist, der überhaupt Bauleistungen erbringt. Vielmehr muss dieser genau die von ihm bezogene Leistung seinerseits originär für auszuführende Bauleistungen verwenden. Verwendet der Leistungsempfänger die Bauleistungen also für seinen privaten Bereich (selbst genutztes Betriebsgrundstück, privat genutztes oder fremdvermietetes Gebäude), handelt er nicht als Bauunternehmer. Die Steuerschuldnerschaft geht in diesen Fällen nicht mehr auf den Leistungsempfänger über, sondern der Bauleistende schuldet selbst die Umsatzsteuer. Gleiches gilt für Leistungen an Bauträger. Da diese grundsätzlich Grundstücke an ihre Kunden verkaufen, z. B. indem sie das Objekt nach der Fertigstellung in Eigentumswohnungen teilen und diese veräußern, erbringen sie keine originären Bauleistungen. Daher muss auch an Bauträger die Rechnung nunmehr mit offen ausgewiesener Umsatzsteuer erteilt werden.

Damit der Bauunternehmer weiß, wie er im Übergangszeitraum seine Rechnung zu erstellen hat, muss er bereits im Zeitpunkt der Beauftragung klären, wie der Leistungsempfänger seine Leistung weiter verwendet. Dabei gilt folgende Faustregel: Eine Netto-Rechnung ohne Umsatzsteuer mit Hinweis auf den Übergang der Steuerschuldnerschaft sollte nur erteilt werden, wenn der Auftraggeber dem Handwerker bzw. Subunternehmer ausdrücklich eine Erklärung nach folgendem Muster abgibt:

Die von mir beauftragten und an mich erbrachten Bauleistungen verwende ich ebenfalls unmittelbar zur Erbringung einer Bauleistung im Sinne des § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG. Ich verwende die Leistung nicht zur Lieferung eines bebauten Grundstücks oder für den Bau / Umbau meines privat oder eigenbetrieblich selbst genutzten Gebäudes.

Hinweis:

Die erteilte allgemeine Freistellungsbescheinigung nach § 48 EStG gilt nur als Indiz, sie sollte aber zur Sicherheit ebenfalls beim Leistungsempfänger angefordert werden. Alternativ kann auch eine Musterbestätigung verwendet werden, in welcher der Auftraggeber die Verwendungsabsicht der erhaltenen Bauleistung erklärt. Die Musterbestätigung stellen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Umsätze ab dem 1. Oktober 2014

Durch eine erneute Gesetzesänderung wird für Bauleistungen, die ab dem 1. Oktober 2014 ausgeführt werden, weitestgehend wieder die alte Rechtslage hergestellt. Danach hängt die Umkehr der Steuerschuldnerschaft wieder davon ab, ob der Leistungsempfänger selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn ein Unternehmer mindestens 10 % seiner Umsätze als Bauleistungen erbringt. Neu ist jedoch, dass das zuständige Finanzamt dem Unternehmer hierüber eine gesonderte Bescheinigung ausstellt, welche maximal drei Jahre gilt und nur für die Zukunft widerrufen oder zurückgenommen werden kann. Auf diese Bescheinigung kann sich der Leistungsempfänger berufen.

Auch für Leistungen, die für den nichtunternehmerischen Bereich bezogen werden, geht die Steuerschuld wieder auf den Leistungsempfänger über. Lediglich reine Bauträger bleiben auch nach der Gesetzesänderung vom Übergang der Steuerschuldnerschaft verschont. An Bauträger ist daher stets eine Rechnung mit Umsatzsteuer zu erteilen.

Empfehlungen an (Sub-)Unternehmer, Generalunternehmer und Bauträger

(Sub-)Unternehmern, die Bauleistungen erbringen, empfehlen wir, ab dem 1. Oktober 2014 nur dann Netto-Rechnungen ohne Umsatzsteuer auszustellen, wenn ihnen der Auftraggeber eine gültige Bescheinigung seines Finanzamtes vorlegt. Andernfalls sollten die Leistungen immer mit Umsatzsteuer abgerechnet werden. Nur so wird vermieden, dass die Umsatzsteuer vom Leistungsempfänger nachgefordert werden muss, wenn der (Sub-)Unternehmer die Umsatzsteuer regulär gegenüber dem Finanzamt schuldet.

Generalunternehmern und Bauauftraggebern empfehlen wir, schnellstens die neue Bescheinigung zu beantragen, damit ihnen der leistende (Sub-)Unternehmer eine Netto-Rechnung ohne Umsatzsteuer ausstellt. Andernfalls kann es passieren, dass die Umsatzsteuer zweimal geschuldet wird (einmal gegenüber dem leistenden Unternehmer, da dieser mit Umsatzsteuer abrechnen muss und einmal gegenüber dem Finanzamt, wenn dieses den Leistungsempfänger durch den Übergang der Steuerschuldnerschaft in Anspruch nimmt). Auch Bauträgern empfehlen wir, ihren Status frühzeitig vom Finanzamt feststellen und bestätigen zu lassen. Nur wenn der Bauträger nachweisen kann, dass er kein Bauleistender ist (weniger als 10 % seiner Umsätze sind Bauleistungen), vermeidet er, dass ihn das Finanzamt für die Umsatzsteuer aus bezogenen Leistungen später in Anspruch nimmt.

Tipp: Sprechen Sie uns gezielt auf die neue Bescheinigung für Bauleistende an. Wir setzen uns mit dem Finanzamt in Verbindung und beantragen die Bescheinigung für Sie. Es gibt noch viele offene Fragen und Probleme zu klären. Gern sind wir Ihnen dabei behilflich. Sprechen Sie uns an!

(Stand: 08.09.2014)

Wir sind gerne für Sie da

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