Bauabzugsteuer wird zur Steuerfalle

Empfänger von Bauleistungen müssen Steuer einbehalten

 

Wer meint, dass Bauabzugsteuer nur Unternehmen der Baubranche betrifft, irrt sich. Im Gegenteil: Wird eine Bauleistung an einen Unternehmer erbracht, ist dieser verpflichtet, einen Teil vom Rechnungsbetrag einzubehalten. Dieser sogenannte Steuerabzug beträgt 15 % der Bruttobausumme. Die betroffenen Freiberufler, Gewerbetreibenden, Land- und Forstwirte sowie Vermieter von Wohnungen und gewerblichen Immobilien müssen den Abzugsbetrag beim Finanzamt des Bauunternehmers anmelden und dorthin abführen. Eine geringfügige unternehmerische Tätigkeit des Bauherren reicht bereits aus. Er muss keine Gewinne erzielen, um dieser Pflicht nachkommen zu müssen.

Kein Steuerabzug für selbstgenutzte Wohnung

Der Steuerabzug ist für alle Bauleistungen vorzunehmen. Planungsarbeiten von Architekten und Statikern sowie Materiallieferungen sind grundsätzlich nicht betroffen. Für Baumaßnahmen an einem zu eigenen Wohnzwecken genutzten oder zur unentgeltlichen Nutzung überlassenen Gebäude fällt keine Bauabzugsteuer an. Bei Gebäuden, die sowohl zu eigenen Wohnzwecken als auch unternehmerisch genutzt werden, muss geprüft werden, ob die Bauleistung dem unternehmerischen Bereich zugeordnet werden kann. Wenn ja, ist der Steuerabzug vorzunehmen, wenn nicht, ist die Bauleistung dem Zweck zuzuordnen, der überwiegt. Dabei ist das Verhältnis der Nutzflächen ein geeigneter Prüfmaßstab.

Keine Regel ohne Ausnahme

Wer nicht mehr als zwei Wohnungen vermietet, muss keine Bauabzugsteuer zahlen. Bei mehr als zwei Wohnungen oder bei vermieteten Gewerberäumen ist der Steuerabzug nur nötig, wenn die zu erbringenden Leistungen des jeweiligen Bauunternehmers voraussichtlich mehr als 5.000 EUR pro Jahr betragen. Für Unternehmer, die nur umsatzsteuerfreie Vermietungsleistungen erbringen, gilt sogar eine Bagatellgrenze in Höhe von 15.000 EUR. Zudem kommt es nur auf die in einem Kalenderjahr erbrachten Leistungen, nicht auf die getätigten Zahlungen an. Auch wenn das Bauunternehmen vor der Zahlung eine gültige Freistellungsbescheinigung vom Finanzamt vorlegt, muss kein Steuerabzugsbetrag einbehalten und abgeführt werden. Doch Vorsicht: Die Finanzverwaltung kann eine Freistellungsbescheinigung widerrufen. Bauherren sollten daher die Gültigkeit der Bescheinigungen beim Bundeszentralamt für Steuern (www.bzst.de) prüfen.

Beispiel

In einem Mehrfamilienhaus werden drei Wohnungen vermietet. Der Vermieter geht keinen weiteren unternehmerischen Tätigkeiten nach. Im Jahr 2014 lässt er für 10.000 EUR zuzüglich 1.900 EUR Umsatzsteuer Fenster einbauen. Zudem werden Instandsetzungsarbeiten am Dach vorgenommen. Dafür fallen 20.000 EUR zuzüglich 3.800 EUR Umsatzsteuer an. Weitere Bauleistungen wird der Vermieter von den beiden Firmen 2014 voraussichtlich nicht in Anspruch nehmen. Freistellungsbescheinigungen werden nicht vorgelegt.

Der Vermieter vermietet mehr als zwei Wohnungen. Damit muss er grundsätzlich Bauabzugsteuer einbehalten. Da er jedoch nur umsatzsteuerfreie Vermietungsleistungen erbringt, gilt die Freigrenze von 15.000 EUR pro Kalenderjahr für von demselben Bauunternehmer bezogene Leistungen. Der Vermieter kann daher an den Fensterbauer das Gesamtentgelt in Höhe von 11.900 EUR in voller Höhe überweisen. Von der Rechnung der Dachdeckerfirma sind dagegen 15 % von 23.800 EUR = 3.570 EUR Bauabzugsteuer einzubehalten und an das Finanzamt des Bauleistenden abzuführen.

(Stand: 31.03.2014)

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