Berechnungsgrößen zur Sozialversicherung ändern sich

Neue Sozialversicherungswerte sind auch steuerlich relevant

 

Zum 1. Januar 2014 werden die Beitragsbemessungsgrenzen zur Kranken- und Rentenversicherung sowie die Bezugsgröße in der Sozialversicherung an die im vergangenen Jahr gestiegenen Löhne und Gehälter angepasst. Diese Änderungen wirken sich nicht nur auf die zu zahlenden Sozialversicherungsbeiträge aus.

Beitragsbemessungs- und Versicherungspflichtgrenze zur Krankenversicherung steigt

Für die Kranken- und Pflegeversicherung beträgt die bundeseinheitliche Bemessungsgrenze ab 1. Januar 2014 pro Monat 4.050 EUR. Die allgemeine Jahresentgeltgrenze zur gesetzlichen Krankenversicherung (sogenannte Versicherungspflichtgrenze) steigt auf 53.550 EUR. Das bedeutet: Arbeitnehmer, deren vertraglich vereinbartes Brutto-Jahresgehalt die Versicherungsgrenze übersteigt, sind nicht versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie können zwischen der freiwilligen Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung und einer privaten Krankenversicherung wählen.

Hinweis: Seit dem 1. August 2013 muss die freiwillige Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr beantragt werden. Es kommt automatisch zur Anschlussversicherung, wenn nicht innerhalb von zwei Wochen der Austritt erklärt und eine private Krankenversicherung nachgewiesen wird.

Ab 1. Januar 2014 gilt höhere Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung

Für die gesetzliche Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung gelten auch in 2014 unterschiedliche Beitragsbemessungsgrenzen für die Bundesländer West und die Bundesländer Ost. Sie werden auf 5.950 EUR bzw. 5.000 EUR pro Monat angehoben.

Hinweis: Die Beitragsbemessungsgrenze (West) zur gesetzlichen Rentenversicherung ist auch für steuerliche Zwecke bedeutsam. An ihr orientiert sich der Höchstbetrag für die steuerlich geförderten Beiträge zu einer betrieblichen Altersvorsorge über einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung. Steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben jährlich Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze, d. h. in 2014 Beiträge bis 2.856 EUR.

Beitragssätze zur Sozialversicherung bleiben stabil

Die Beitragssätze zu den einzelnen Zweigen der gesetzlichen Sozialversicherung werden sich in 2014 voraussichtlich nicht verändern. Zwar plant die große Koalition eine Erhöhung der Beitragssätze zur gesetzlichen Pflegeversicherung in zwei Stufen um insgesamt 0,5 Prozentpunkte. Zur ersten Erhöhung um 0,3 Prozentpunkte wird es allerdings wahrscheinlich erst in 2015 kommen.

Hinweis: Die höheren Beitragsbemessungsgrenzen belasten jährlich nur Arbeitnehmer mit mittleren und höheren Einkommen sowie deren Arbeitgeber. Bei einem Jahresbruttolohn in Höhe von 72.000 EUR erhöhen sich die Beiträge zur Rentenversicherung um 340,02 EUR, zur Arbeitslosenversicherung sind 54,00 EUR mehr zu zahlen. Davon entfällt jeweils die Hälfte auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Bezugsgröße zur Sozialversicherung wird 2014 angehoben

Auch die Bezugsgröße zur Sozialversicherung wird 2014 erneut angehoben und beträgt 2.765 EUR im Monat (Bundesländer West) und 2.345 EUR im Monat (Bundesländer Ost). Sie ist eine wichtige Berechnungsgröße im Sozialversicherungsrecht. Die höhere Bezugsgröße wirkt sich unter anderem auf die Belastungsgrenze und damit auf die Befreiung von Zuzahlungen zu Medikamenten aus. Durch die Anhebung der Bezugsgröße steigt auch die Einkommensgrenze für die beitragsfreie Familienversicherung von 385 EUR in 2013 auf 395 EUR in 2014 an.

Die Bezugsgröße spielt aber auch eine Rolle um zu beurteilen, ob eine freiberufliche Tätigkeit hauptberuflich oder als Nebentätigkeit ausgeübt wird. Hauptberuflich tätige Selbständige können auch mit einem versicherungspflichtigen Nebenjob nicht krankenversicherungspflichtig werden und damit den umfassenden Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten. Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben für die hauptberufliche Tätigkeit Kriterien aufgestellt. Neben einer zeitlichen Komponente ist entscheidend, dass der Lebensunterhalt hauptsächlich aus dem mit der selbständigen Tätigkeit erzielten Einkommen bestritten wird. Eine hauptberufliche Selbständigkeit liegt in der Regel vor, wenn die selbständige Tätigkeit wöchentlich

  • mehr als 30 Stunden umfasst und das aus der freiberuflichen Tätigkeit erzielte Einkommen 25 % der monatlichen Bezugsgröße (= 691,25 EUR) übersteigt.
  • weniger als 30 aber mehr als 20 Stunden umfasst und das damit erzielte Einkommen 50 % der monatlichen Bezugsgröße (= 1.382,50 EUR) übersteigt.

(Stand: 02.01.2014)

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